Bava Metzia 145

Kapitel 145

א ברשות מוכר מותר ברשות לוקח אסור
1 so ist dies, wenn sie im Besitze des Verkäufersverbleiben, erlaubt, und wenn im Besitze des Käufers, verboten.
ב המוליך פירות ממקום למקום מצאו חבירו ואמר לו תנם לי ואני אעלה לך פירות שיש לי באותו מקום אם יש לו פירות באותו מקום מותר ואם לאו אסור והחמרין מעלים במקום היוקר כבמקום הזול ואינן חוששין
2 Wenn jemand Früchte aus einem Orte nach einem anderenführt, und sein Nächster ihn trifft und zu ihm sagt: gib sie mir und ich will dir für diese andere Früchte geben, die ich in jenem Orte habe, so ist dies, wenn er dort Früchtehat, erlaubt, wenn aber nicht, verboten. Eseltreiberdürfen ohne Bedenken in einem Orte, wo sie teuer sind, den Preis des Ortes, wo sie billigsind, berechnen. –
ג מאי טעמא רב פפא אמר ניחא להו דמגלו להו תרעא רב אחא בריה דרב איקא אמר ניחא להו דמוזלי גבייהו
3 Aus welchem Grunde? R. Papa erklärte: Es ist ihnen lieb, daß ihnen der Preis bekanntwird. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Dies ist ihnen lieb, damit man ihnen billiger verkaufe. –
ד מאי בינייהו איכא בינייהו תגרא חדתא
4 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem neuen Kaufmann.
ה בסורא אזלי ארבעה ארבעה בכפרי אזלן שיתא שיתא יהיב רב זוזי לחמרי וקביל עליה אונסא דאורחא ושקיל מינייהו חמשה ונשקול שיתא אדם חשוב שאני
5 In Sura wurden vier und in Kaphri wurden sechsverkauft; und Rabh gab den Eseltreibern Geld, für das er die Reisegefahr übernahm, und nahm ihnen [die Früchte] mit fünf ab. – Sollte er sie doch mit sechs abgenommenhaben!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne.
ו בעא מיניה ר' אסי מר' יוחנן מהו לעשות בגרוטאות כן א"ל ביקש ר' ישמעאל ברבי יוסי לעשות כן בכלי פשתן ולא הניחו רבי איכא דאמרי ביקש רבי לעשות בגרוטאות כן ולא הניחו ר' ישמעאל בר' יוסי
6 R. Asi fragte R. Joḥanan: Darf man dies auch bei Bruchmetall? Dieser erwiderte: R. Jišma͑él b. R. Jose wollte danach bei Linnenzeug verfahren, und Rabbi ließ ihn nicht. Manche lesen: Rabbi wollte danach bei Bruchmetall verfahren, und R. Jišma͑él b. R. Jose ließ ihn nicht.
ז פרדיסא רב אסר ושמואל שרי רב אסר כיון דלקמיה שויא טפי מיתחזי כי אגר נטר ליה ושמואל שרי כיון דהוי ביה תיוהא לא מיחזי כי אגר נטר ליה
7 Bei einem Obstgarten ist diesnach Rabh verboten und nach Šemuél erlaubt. Nach Rabh ist dies verboten, denn da [die Früchte] später mehr wert sind, so hat dies den Anschein des Wartegeldes; nach Šemuél ist dies erlaubt, denn da eine Mißernte eintreten kann, so hat dies nicht den Anschein des Wartegeldes.
ח אמר רב שימי בר חייא ומודי רב בתורי דנפיש פסידייהו
8 R. Šimi b. Ḥija sagte: Rabh pflichtet jedoch hinsichtlich Rinderzüchterbei, weil bei diesen ein großer Verlust erfolgen kann.
ט אמר להו שמואל להנהו דשבשי שבשא הפוכו בארעא כי היכי דקני לכו גופא דארעא ואי לא הויא לכו כהלואה ואסור
9 Šemuél sagte zu den Rankenabnehmern: Wühlt den Erdboden auf, um den Erdboden selbst zu eignen, denn sonst ist dies ein Darlehen und somit verboten.
י אמר להו רבא להנהו דמנטרי באגי פוקו הפוכו בבי דרי כי היכי דלא תשתלם שכירות דידכו עד ההיא שעתא דשכירות אינה משתלמת אלא בסוף וההיא שעתא אוזולי דקא מוזלי גבייכו
10 Raba sagte zu den Feldhütern: Geht, helfet in der Scheuer mit, damit euer Lohn erst dann fällig werde, denn die Löhnung ist erst nachherzu zahlen, und zu jener Zeit berechnen sie euch billigere.
יא אמרו ליה רבנן לרבא קא אכיל מר רבית דכולי עלמא שקלי ארבעה ומסלקי לאריסא בניסן מר נטר להו עד אייר ושקיל שיתא
11 Die Jünger sprachen zu Raba: Der Meister genieße Wucher, denn alle Welt nimmtvierund fertigt den Quotenpächter im Nisanab, und der Meister wartet ihnen bis Ijar und nimmt sechs.
יב אמר להו אתון קא עבדיתון שלא כדין ארעא לאריס משתעבד אי אתון מסלקיתו להו בניסן מפסידתו להו בכמה אנא נטרנא להו עד אייר ומרווחנא להו בכמה
12 Er erwiderte ihnen: Ihrseid es, die ihr gegen das Recht verstoßet; der Pächter hat Anrecht auf das Ackerland, und wenn ihr ihn im Nisan abfertigt, so verursacht ihr ihm einen bedeutenden Schaden; ich aber warte ihm bis Ijar, und lasse ihn dadurch einen bedeutenden Gewinn erzielen.